Zuhören, wie jemand auf eine Glasscheibe klopft, mit Folie raschelt oder in einem Buch blättert und dabei selbst in einen tranceähnlichen Zustand verfallen? Zugucken, wie jemand sich die Haare bürstet oder eine Massage bekommt und dabei einen wohligen Schauer spüren? Was vielleicht erst einmal schräg klingt, ist für Millionen von Menschen mittlerweile ein Weg zu absoluter Entspannung oder eine Hilfe zum Einschlafen. ASMR – autonomous sensory meridian response – heißt das Phänomen. Frei übersetzt heißt das in etwa spontane Reaktion auf äußere Reize.

Diese Reaktion, ein sogenanntes Tingle, ist das angenehme Kribbeln am Kopf oder im Nackenbereich, das sich über den ganzen Körper ausbreiten kann. Aber nicht nur zur Entspannung kann ASMR beitragen. Auch bei Schlafstörungen, Angstzuständen, Depressionen oder Panikattacken soll die Methode helfen – allerdings nur begleitend zur eigentlichen Therapie.

ASMR Entspannungstrend

Die meisten Suchanfragen zu ASMR werden nach 22:30 Uhr gestellt. Häufig verwendeter Suchbegriff: „asmr schlafen“.

– Quelle: Think with Google

Unzählige Reize können ASMR auslösen

Auf YouTube tummelt sich eine riesige ASMR-Fangemeinde. Mehr als zehn Millionen Videos haben die sogenannten ASMRtists bisher online gestellt, manche von ihnen mit Klickzahlen von über zwei Millionen. Dass es so viele Videos gibt, liegt zum Teil auch daran, dass es ganz viele verschiedene Auslöser – sogenannte Trigger – für ASMR gibt. Du schlummerst vielleicht bei den Geräuschen einer Beauty-Behandlung weg, Dein Partner wenn Gemüse geschnitten wird. Du stehst auf Vorlesen im Flüsterton, Deine Freundin auf das Rotieren der Waschmaschine. Bei Dir sorgt Knisterfolie für ein wohliges Gefühl, bei Deinem Bruder die Kaugeräusche beim Pizzaessen. Es gibt aber auch Menschen, bei denen die Videos – bis auf ein Stirnrunzeln oder Schmunzeln – keinerlei Reaktionen auslösen. Eine wissenschaftliche Erklärung, warum wir so unterschiedlich auf die Inhalte reagieren, gibt es bisher nicht.

Der ASMR-Selbsttest

Ob und wie ASMR-Inhalte bei Dir funktionieren, kannst Du selbst testen. Es gibt eine Vielzahl von Videos, in denen verschiedene Trigger hintereinander gezeigt werden. Also: Such Dir einen ruhigen Platz, setz Kopfhörer auf, starte ein Video und gucke, wann bei Dir die Entspannung einsetzt.

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