Auf Deiner Seite „Weil Du Schön bist“ schreibst Du: „Jede Krise birgt auch eine Chance für Wachstum und Weiterentwicklung.“ Was waren Deine persönlichen Krisen – und wie bist Du daran gewachsen?
Meine erste große persönliche Krise war definitiv die Krebserfahrung. Damals wusste ich bereits, dass etwas in mir so sehr aus der Balance gekommen ist, dass ich mein Leben einmal genauer „unter die Lupe“ nehmen muss. So richtig hat das aber erst stattgefunden, als mein Vater ein Jahr später den Kontakt zu mir in einem Brief abgebrochen hat. Während die Krebserkrankung ein Schock über die eigene Sterblichkeit war, war der Kontaktabbruch durch meinen Vater ein Schock auf emotionaler Ebene. Es fühlte sich sogar schlimmer an, als die Krebserkrankung. Und es war für mich der Auslöser, mich meiner psychischen und emotionalen Heilwerdung zu widmen. Damals fing ich mit der Inneren Kind-Arbeit an. Die empfinde ich bis heute als essentiell.

Echthaarbänder als Alternative zur Perücke

Wie bist Du auf die Idee mit den Echthaarbändern gekommen?
Ich arbeitete damals als professioneller Make-up Artist und hatte bei Fotoshootings regelmäßig mit Haarverlängerungen bei Models zu tun. Als ich dann krank wurde, meinte eine gute Freundin, dass ich doch die Haare, die ich sonst für meine Arbeit brauche, an meine Mütze nähen könnte. Gesagt, getan. Und es sah super aus! Allerdings war es mir zu umständlich, die Haare immer wieder aufzutrennen und an eine andere Mütze zu nähen. Deshalb habe ich wenig gebastelt und ein Mützenunterhaarprodukt entwickelt. Damit habe ich mich viel authentischer und natürlicher gefühlt als mit einer Perücke.

© Julia Sieckmann

Wie funktioniert das Prinzip der Echthaarbänder?
Jedes Echthaarband ist ein auf Maß angefertigtes Baumwollband, an dem die Haare innen befestigt sind. Man legt es sich auf Höhe des Haaransatzes um den Kopf und verschließt es am Nacken mit dem Klettverschluss. Bei den meisten Modellen ist der Oberkopf frei, damit die Haut dort atmen kann und kein Hitzestau entsteht. Diesen Bereich überdeckt man dann mit einer Mütze oder einem Tuch. Man kann das Echthaarband aber auch ohne Mütze tragen. Hier werden die Haare zu einem Zopf zusammengebunden, um die Kopfhaut zu überdecken. Auf unserer Internetseite weilduschoenbist.de haben wir Beratungsvideos für die verschiedenen Echthaarbänder. So bekommen auch die Frauen, die nicht zur Beratung zu uns kommen können, einen guten Einblick. Trotzdem legen wir viel Wert auf eine persönliche Beratung.

Du hast die Internetseite schon angesprochen. Wie bist Du denn auf den Namen „Weil Du schön bist“ gekommen?
Der Name entstand, als ich der Schwester meines damaligen Freundes erklärt habe, wie ich mir die Internetseite vorstelle.

Ich wollte eine Seite, auf der man sich direkt wohlfühlt – so als ob man in ein erweitertes Wohnzimmer kommt.

Ich wollte eine Seite, auf der man sich direkt wohlfühlt – so als ob man in ein erweitertes Wohnzimmer kommt. Sie sollte gemütlich und entspannend sein … Es gab so viele Internetseiten für Krebspatientinnen, die einfach nicht schön waren. Und da ich ein sehr feinfühliger und visueller Mensch bin, war mir das von Anfang sehr wichtig. Die andere Schwester meines damaligen Freundes war ebenfalls im Raum und sagte nach meiner Beschreibung: „Dann brauchst Du so einen Namen wie ‚Weil du schön bist‘. Im Raum war es ganz still, ich schaute sie an und sagte „Anna, Du hast mir gerade den Namen gegeben!“

Sich selbstständig zu machen und eine eigene Firma zu gründen, braucht viel Kraft und eine ordentliche Portion Mut. Woher hast Du das beides genommen?
Ich war bereits sechs Jahre als Make-up Artist selbstständig und kenne es gar nicht anders. Es war im Gegenteil eher eine Bereicherung in meinem Leben, nun etwas machen zu können, das anderen Menschen auf tieferer Ebene hilft.

Reisen statt Reha

Anstelle einer Reha hast Du einen anderen Weg gewählt. Welcher war das und warum hast Du Dich für diesen entschieden?
Eine Reha kam für mich aus zwei Gründen nicht in Frage. Ich wollte nicht länger in der Energie der Schwere bleiben – mit Menschen, die das gleiche Leid und Schicksal tragen. Auf der anderen Seite hörte sich Reha mit den ganzen Programmen mehr nach Arbeit als nach Entspannung an. Deshalb habe ich für mich und meinen damaligen Freund eine Burgentour durch Deutschland geplant. Wir sind knapp zwei Wochen zu alten Burgen und Burgruinen in ganz Deutschland gereist. Beim Reisen fühle ich mich frei, unbeschwert und vollkommen lebendig. Zwei Jahre später habe ich dann eine Reise nach Glastonbury in England gemacht.

Dieser Ort hat eine Menge in Dir ausgelöst, denn mittlerweile lebst und arbeitest Du auch dort. Warum?
Glastonbury ist bekannt als das Herzchakra der Erde. Und es ist ein spiritueller Ort. Bevor ich hier her gezogen bin, war ich zwei Mal zu Besuch. Jedes Mal hat es mir viel Kraft und Klarheit gegeben. Mitte 2017 merkte ich, dass ich mit dem Leben, das ich führte nicht glücklich war. Ich hatte das Gefühl, nicht voll und ganz ich selbst sein zu können.

© Blackbeck / iStockphoto
„Ich folgte meiner Intuition und zog für meine persönliche Heilreise nach Glastonbury.“

Außerdem waren in mir noch einige Themen, die in die Heilung gebracht werden wollten – emotional und mental. Relativ kurz nach meinem zweiten Besuch in Glastonbury – das war im Juli 2017 – entschied ich mich dann, etwas in meinem Leben zu verändern. Ich folgte meiner Intuition und zog für meine persönliche Heilreise nach Glastonbury.

Den Weg zu mehr Selbstliebe finden

Was möchtest Du anderen Krebspatientinnen mit auf den Weg geben?
Erkrankungen im Körper spielen sich nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern auf allen Ebenen ab. Körperlich, mental, emotional und seelisch. Ich höre Frauen oft sagen „Mein Leben war eigentlich gut“. Und auch ich habe damals gesagt: „Es war gerade alles perfekt und dann kam der Krebs“. Wenn ich aber ehrlich bin, war ich damals von allem erschöpft. Außerdem habe ich so viel gearbeitet. Es gab einen Moment, als ich von einem Nebenjob nach Hause kam und mein Freund mich fragte, wie es mir geht. Ich konnte nur die Hand heben, weil ich das Gefühl hatte, keine Kraft mehr zum Reden zu haben. Und ich hatte Angst, dass wenn noch mehr Impulse von außen kommen würden, ich einen Nervenzusammenbruch haben würde. Ich habe nicht wirklich gut auf mich aufgepasst und meine Selbstliebe war kaum vorhanden. Das bemerkte ich aber auch erst, als mich jemand fragte: „Liebst Du Dich eigentlich selbst?“. Ich war so verdutzt von dieser Frage, dass ich keine Antwort geben konnte. Schaut also unbedingt ganz genau hin, wo bei Euch das Leben aus der Balance gekommen ist. Fangt mit der Inneren Kind-Heilung an und begebt euch auf die wundervolle Reise zu mehr Selbstliebe.

Wenn du mehr über Julia Sieckmann wissen möchtest, folge ihr auf Instagram (@avalonrituals.de) oder besuche ihre Webseite julia-sieckmann.de.

Alles über die Echthaarbänder findest Du unter weilduschoenbist.de.

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